Zirfeld

Lesen!

Posted in Alles drin by zirfeld on August 28, 2009

Gerade mal fünf Tage auf einem Campingplatz an der Ostsee gewesen, schon quillt mir der Feed-Reader über, wie der gute alte Briefkasten in den Zeiten, als meine Gläubiger noch meine richtige Adresse hatten.

Ich hatte ja zuerst noch darüber nachgedacht, das Notebook mitzunehmen. Beim Anblick der vielen Urlauber allerdings, die selbst noch auf der kleinsten Erhebung standen, sich drehten und den Arm in die Höhe reckten, um mit ihren Ei-Fons per Internet den Wetterbericht für den nächsten Tag abzurufen, war mir klar, dass auf’m Dahrs der UMTS-Empfang recht bescheiden sein musste.

Was den Wetterbericht anging: Ich hab den nächsten Tag abgewartet und in den Himmel geschaut.

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Tage am Meer

Posted in 1 by zirfeld on August 16, 2009

Morgen mit meiner Tochter und mit dem Regionalexpress auf den Dahrs. Zeltplatz mit angeschlossener Jugendherberge. Camping mit Halbpension und ordentlichen Duschen, kurzer Fussmarsch von der Ostsee entfernt. Meine Tochter wird erst in einigen Tagen sechs Jahre alt, An- und Abreise mit der Bahn also noch kostenlos.

Dort: Treffen mit der besten Freundin meiner Tochter und deren Vater. Was bedeutet, dass ich mir ab und an die Zeit nehmen kann, meine Nase konzentriert in ein Buch zu stecken.

Eingepackt: James Joyce, Ulysses. Werde anschliessend darüber berichten.

Du bist #marke# – bin ich nicht!

Posted in Alles drin by zirfeld on August 11, 2009

Ich arbeite als Sklave im Niedriglohnbereich. Auf eine kostenfreien Hotline helfe ich Kunden eines Komminikationskonzerns sich in die faszinierende Welt des Online-Seins einzuwählen, seine Netzwerkeinstellungen zu korrigieren oder freundlich/bestimmt zu versichern, dass es nicht genügt einen Wlan-Router zu besitzen, wenn der sieben Jahre alte Computer nicht für die drahtlose Kommunikation ausgerüstet ist. (Und „Nein, dass konnte der Verkäufer vorher nicht ahnen als Sie den Vertrag abgeschlossen haben“, „einen kostenfreien Techniker kann ich ihnen leider nicht schicken“ und „leider kein Kündigungsgrund, steht so auch nicht in den AGB“.) Allerdings bin ich nicht Arbeitnehmer der Nummer 2 in Deutschland für Festnetz- und Mobiltelefonie, sondern Knecht eines Dienstleisters Imauftragvon.

Doch heute früh blieb die Hotline kalt, wir wurden alle mit Bussen zur einer tollen „Location“ gekarrt. Von professionellen Massenbespassern wurde uns dort vermittelt, wie absolut klasse der neue Markenauftritt ist, wie sensationell die Kunden diese Firma finden und wie auch alles noch besser werden soll. Nachdem einer der Wortführer mich und meine Kollegen mehrfach als Nerds und Freaks („im technischen Sinne, haha“) beschimpft hatte, wollte er uns weißmachen, wie wären die Generation Upload, die sein Arbeitgeber als Zielgruppe für noch kommende Umsätze entdeckt hat. Obwohl manche tatsächlich hinundwieder beitragen, wollen wir uns aber nicht als Teil einer Gemeinschaft definieren lassen. Er gab dann auch wirklich erst Ruhe, als wir lautstark darauf bestanden zur Generation Download zu gehören – bevorzugt kostenlos, illegal und von Quellen zweifelhafter ausländischer Herkunft.

Das wichtigste jedoch: Weder bin ich eine Marke, noch identfiziere ich mich mit einer Marke. „Brands“ waren mir schon immer völlig egal. Vielleicht wollte ich als Kind unbedingt Lego haben, anstatt mit alternativen Stecksystemen zu arbeiten. Mag sein. Aber schon seit vielen Jahren beschäftigen mich beim Einkauf: Funktion, Geschmack, Preis, Herkunft oder ökologisch vertretbare Herstellung. Es ist mir sehr wichtig, dass klargestellt zu wissen.

Kommentar eines Kollegen: Und was ist mit dem SC Freiburg? Dies, liebe Leser, dies ist keine Marke, sondern eine Herzenssache. Sollte sich dies jemals ändern, bitte ich freundlichst, mich zu erschiessen.